WHISKYS
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WHISKY / WHISKEY
 
Mit Auszügen aus: Michael Jackson „Whisky für Genießer und Sammler" und Walter Schobert „Das Whisky Lexikon“

Whiskey und vor allem Herstellung und Verkauf desselben spielen in der Entstehungsgeschichte der irischen Pubs eine wichtige Rolle. Obwohl heute niemand mehr sagen kann, wann und wo Whiskey zum ersten mal hergestellt wurde, glaubt man (vor allem auf der grünen Insel) daran, dass es irische Missionare waren, die ca. 500-600 n.Chr. ein aus dem Mittelmeerraum mitgebrachtes Destillierverfahren zur Erzeugung von Parfüm in ein Verfahren zur Erzeugung von trinkbarem Alkohol umwandelten.
 
Das Wort „Whiskey“ entstand aus dem schottischen Gälisch usige beatha, die irisch-gälische Version schreibt sich geringfügig anders uisce beatha, und bedeutet „Wasser des Lebens“. Beide scheinen Übersetzungen des lateinischen „aqua vitae“ zu sein, das im ersten schriftlichen Dokument, in dem Whisky erwähnt wird, den „Excequer Rolls of Scotland“ von 1494, gebraucht wird. Dieses Dokument ist in lateinischer Sprache abgefasst und kündet davon, dass „Bruder John Cor (ein Mönch der Benediktiner) acht Maß Malz, um daraus Lebenswasser zu machen“ bekam, Lebenswasser, aquqa vitae, uisge beatha, Whisky.
 
Gesprochen werden beide „isch’ke-bah“ bzw. auch „isch’ke-beh“, wobei das „e“ bei „beh“ eher wie eine Mischung aus „ä“ und „e“ gesprochen wird. Das moderne Wort „Whisk(e)y“ ist eine Verballhornung des Gälischen Originals, die die IDG, die Irish Distillers Group, damit erklärt, dass die Soldaten König Henry II, als sie auf uisce beatha stießen, das Wort nicht korrekt aussprechen lernten (die Iren lassen geflissentlich unerwähnt, dass dieses aqua vitae keineswegs ein Getreide-, sondern ein Weinbrand war).
 
Es gibt auch die gälische Zwischenform „usquebaugh“ als Vorläufer von „Whisk(e)y“ (das eigentlich nur „Wasser“ heißt!), dessen moderne Schreibweise, ohne das irische „e“ sich zum ersten Mal 1746 nachweisen lässt und dann auch im damals einflussreichen „Dictionary“ von Dr. Samual Johnson Eingang fand, nachdem vorher auch „uiskie“ und „usky“ verwendet wurden. Ironischerweise hat sich die Aufspaltung des gälischen Originals auch heute wieder durchgesetzt: Iren (und Amerikaner) schreiben Whiskey, Schotten (und Kanadier) Whisky. Das ist pure Konvention, denn einmal lässt sich beweisen, dass noch Anfang dieses Jahrhunderts auch in Irland die meisten Brennereien auf ihr „e“ verzichteten, andererseits gibt es auch in den USA Whiskey wie etwa den Dickel, die sich schottisch schreiben.
 
Im 16. Jahrhundert wurden dem uisce beatha viele Qualitäten nachgesagt ~ im rechten Maß getrunken verlangsamt er das Altern, rege den Geist an und verhindere das Zähneklappern und Lispeln. Wenn man sich seine Hände mit Whiskey wasche, bekäme man keine Würmer.

Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts konnte in Irland jeder soviel Whiskey erzeugen wie er wollte. Der erste Versuch von staatlicher Seite, diese Freiheit mittels eines Steuererlasses 1661 einzuschränken, wurde von den Iren vollständig ignoriert.
 

Der Erlass von 1760 machte viele Iren über Nacht zu Kriminellen. Was seit Jahrhunderten Bestandteil ihres Lebens war, stand nun plötzlich unter Strafe. Um etwaigen Kontrollen durch die Steuerfahnder zu entgehen, gründeten sie wehrhafte Banden und zwangen gefangene Steuerfahnder, aus Rache, in ihren illegalen Brennereien mitzuarbeiten.
 
Seinen illustren Höhepunkt erreichte die Schwarzbrennerei in Irland gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Erst der Beginn des 19. Jahrhunderts leitete den Niedergang des illegalen Whiskeygeschäfts ein. Steuersenkungen am parliment whiskey machte die Produktion des creature unrentabel.